Modellbauclub Münden e.V.
                 


                Bau des Arduino Speed-Control

In der Zeitschrift "Digitale Modellbahn" Ausgabe 3/2025 fand sich ein sehr interessanter Bericht über den Bau eines Geschwindigkeitsmessers. Der Autor entstammt dem Portal "N-Modellbahn", und wir fanden die Idee so gut, dass eines unserer Mitglieder diese spontan aufgriff und das Gerät nachbaute.

Wie die meisten sicherlich wissen, gibt es bereits einige kommerzielle Geschwindigkeitsmesser, die jedoch sämtlich relativ teuer sind. Umso mehr ließ dieser Bericht aufhorchen, denn die erreichbaren Kosten hierfür lagen unter EUR 30,- /Stck.

Gesagt, getan, MBC-Mitglied C.Jaeger "stürzte sich" spontan in den Bau. Frappierend an dieser Konstruktion ist, dass sie nur aus wenigen Baugruppen besteht, nämlich:

2 Stck. Reflex Lichtschranken

1Stck. 0,96" OLED Display

1Stck. Arduino Uno (in unserem Fall)

1Stck. Schalter und

1Stck. Batteriekasten 3xAA

diverse Stecker und Kabel

Für das Gerät wurde mit Tinker-Cad ein 3D-Druck Gehäuse konstruiert, welches die Baugruppen aufnimmt.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: das Gerät funktioniert hervorragend.

Es ist ja heute so, dass bei PC-gesteuerten Modelleisenbahnen die Loks eingemessen werden müssen. Hierbei ist es wichtig, vorher mittels der CV5 den Lok-Decoder so einzustellen, dass die Lok bei der höchsten Fahrstufe (z.B. Fahrstufe 28 oder 128 bei DCC) ihre modellmäßige Höchstgeschwindigkeit erreicht. Tut man das nicht, kann es passieren, das eine auf digital umgerüstete BR01 schon mal mit modellmäßigen 250Km/h unterwegs ist. Bei neu gekauften Loks ist dies unproblematischer, da diese schon vom Hersteller auf die richtige Höchstgeschwindigkeit eingestellt wurden. Bleibt die CV5 bei derartigen Umbauten unverändert, stehen beim Betrieb weniger als die möglichen z.B. 28 Fahrstufen zur Verfügung, da alle Fahrstufen oberhalb der modellmäßigen Höchstgeschwindigkeit (z.B. BR01 120Km/h) "unter den Tisch fallen", so hat man dann eventuell nur 10 Fahrstufen im korrekten Bereich zur Verfügung.

Auch wenn die Geschwindigkeit bei PC-Steuerungsprogrammen über Gleiskontakte gemessen werden kann, so ist die korrekte Ermittlung der CV05 manchmal ein Geduldsspiel, weil immer wieder gemessen werden muss, und falls die Geschwindigkeit nicht stimmt, die Lok auf´s Programmiergleis kommt, um hier die CV5 zu korrigieren. Dieser Vorgang kann sich dann einige Male wiederholen, und besser werden die Modelle vom Umgleisen auch nicht.

Bei der Geschwindigkeitsmessung mit dem Speed-Control kann man sich das Leben noch etwas leichter machen, indem das Programmiergleis einen 2-poligen Umschalter erhält, dann kann man in der einen Schalterstellung programmieren, danach umschalten und die Lok sofort fahren lassen und messen.

Die Handhabung des Arduino Speed-Control ist denkbar einfach, das Gerät wird einfach neben das Gleis gestellt. Wenn nun die Lok vorbeifährt, zeigt das Gerät sofort die Geschwindigkeit an. Hier spielt es auch keine Rolle, ob die Lok vorwärts oder auch rückwärts durch die Meßstrecke fährt.

Die Genauigkeit der Messung ist hinreichend exakt, die Autoren geben für Geschwindigkeiten bis 40Km/h eine Toleranz von +- 2Km/h an, und für Geschwindigkeiten über 160Km/h +- 6Km/h. das sollte für die meisten Zwecke absolut ausreichend genau sein.

Natürlich funktioniert das ganze auch bei analogen Loks, nur lässt sich hier kaum eine individuelle Höchstgeschwindigkeit einstellen. Ebenso können auch Fahrzeuge des Car-Systems gemessen werden, auch hier sind heute schon viele Fahrzeuge mit Decodern ausgerüstet.

Ebenfalls muss darauf hingewiesen werden, dass dieses Gerät alle Spurweiten von Z bis 1 abdeckt. Die erforderlichen geänderten Parameter werden in der Arduino IDE 1-malig eingestellt.

Wie dem auch sei, nach Vorstellung des Geräts im Verein, gab es sofort viele Mitglieder, die von dem Gerät begeistert waren.

Wir danken den Autoren für diese äußerst preiswerte und sinnvolle Inovation.

Die Fotos zeigen das Gerät, sowie den Aufbau. 




Letzte Aktualisierung am 22.08.2025